Weidmüller, Lippe Bildung und Schulen kooperieren

Nachwuchsförderung mit System
 
Die Firma Weidmüller, die Genossenschaft »Lippe Bildung« und vier Detmolder Schulen bündeln ihre Ressourcen. Gemeinsam haben sie ein Konzept ins Leben gerufen, um Schülerinnen und Schülern die Berufsorientierung in den so genannten MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu erleichtern. Am Mittwoch haben sie das Pilotprojekt vorgestellt.
In dem neuen Ansatz habe man die Anstrengungen der einzelnen Partner in diesem Bereich zusammengeführt, systematisiert und erweitert. Ziel sei es, Jugendliche für Technik zu begeistern und ihnen durch eine kontinuierliche Förderung eine fundierte Berufsorientierung und einen nahtlosen Übergang von der Schule zum Beruf zu ermöglichen, erläuterte Wolfgang Gwiasda, Ausbildungsleiter bei Weidmüller.
Alle Kooperationspartner seien auch bisher sehr engagiert in der Berufsorientierung gewesen. Das Neue an dem Konzept sei, dass die Maßnahmen systematisch aufeinander aufbauen und den Schülern und Schülerinnen so einen kontinuierlichen und tiefen Einblick in die Berufsfelder ermöglichen, so Gwiasda weiter. Im Rahmen der Zusammenarbeit werden MINT-interessierte Schülerinnen und Schüler über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren kontinuierlich gefördert. Los geht es mit den »Roboter-Kursen«, die vom »zdi-Zentrum Lippe.MINT« bereits in den Klassen 7 der Kooperationsschulen angeboten werden. Dann folgt der sogenannte Schulparcours, bei dem die Schüler der 8. Klassen typische Arbeitsabläufe aus verschiedenen Berufsfeldern kennen lernen. Bis zu 120 Schüler mit hohem Interesse an technischen Berufen haben pro Jahrgang dann die Möglichkeit, im »MINT-Parcours« der Ausbildungswerkstatt von Weidmüller ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Praxis weiter zu erproben und sich für eine Fachrichtung – Metall, Elektronik oder Kunststoff – zu entscheiden. Bis zu 72 Teilnehmer landen anschließend in praxisorientierten Folgeprojekten, die durch Weidmüller-Ausbilder betreut werden. Den Abschluss bilden im Idealfall ein Praktikum in einem technisch-naturwissenschaftlichen Beruf und der nahtlose Übergang von der Schule in eine Ausbildung. Dem Unternehmen gehe es bei diesem Projekt schließlich auch um die eigene Nachwuchssicherung, wie Wolfgang Gwiasda betonte: »Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir geeignete Kandidaten bis in die Ausbildung übernehmen möchten.« Die gesamte Berufsorientierungsphase wird flankiert durch Bewerbertrainings und weitere Berufsinformationsveranstaltungen.
Weidmüller, das »zdi-Zentrum Lippe.MINT« sowie die Koordinierungsstelle Schule-Beruf (Schu.B) kooperieren mit Geschwister-Scholl-Gesamtschule, der Heinrich-Drake-Realschule, der Realschule I und dem Stadtgymnasium Detmold. Es sei gut, dass Schüler in diesem Projekt praktische Erfahrungen sammeln können, »das ist eine nachhaltige Berufsorientierung«, findet Gundula Borowski, Berufswahlkoordinatorin an der Heinrich-Drake-Realschule. Dieses anspruchsvolle Ziel könne man nur durch das hohe Engagement und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit der unterschiedlichen Partner erreichen, meinte Dr. Angelika Kipp (zdi-Zentrum Lippe.MINT.). »Wir hoffen, dass das Kooperationsprojekt Nachahmer findet und auch über die Grenzen Detmolds hinaus zur systematischen Berufsorientierung Anwendung findet«, ergänzte Dirk Menzel (Schu.B).
vom 02.04.2011 | Ausgabe-Nr. 13B Lippe aktuell
 

 

 

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disclaimer  Stand: 11. April 2011