Der Kampf des Tigers

Eine spannende Unterhaltung für Jungen der fünften und sechsten Klassen mit kleiner Einführung in das Kung Fu.
Ein junger Mann in sportlichem Kittel betritt die Bühne und trainiert Bewegungen aus dem Kung Fu, einer alten chinesischen Kampfsportart. Die Schweißperlen tropfen von seiner Stirn, immer wieder kurze Schreie, die seine genauen und harten Bewegungen begleiten.
Die Jungen im Publikum schauen sehr gespannt, aber auch amüsiert zu. Was macht der denn? Das kann ich auch.
Plötzlich erscheint ein „cooler Typ“, der den jungen Mann blöde anmacht und schlussendlich handgreiflich wird. Ein, zwei kurze, gezielte Bewegungen des Kung Fu-Kämpfers und schon liegt der Angreifer auf dem Boden.
Holla, ging das schnell. Doch nach einem zweiten Angriff, der ihn ebenfalls unsanft auf die Bretter schickt, zieht er es dann doch vor, sich aus dem Staub zu machen.
Das beeindruckt die Jungen sehr und keiner findet die Bewegungen des Kämpfers mehr lächerlich oder komisch.
Aber was wollen die beiden Schauspieler da oben auf der Bühne eigentlich zeigen?
„Der Kampf ist der beste, der nicht stattfindet.“ „Kampfkunst bedeutet, sich mit Kunst und Geschick aus einer Kampfsituation zurückzuziehen, z.B. zu wissen, wie man sie vermeidet.“
Das ist die Botschaft, die die Jungen erreichen soll.
Um das zu verdeutlichen, liest einer der beiden eine spannende Geschichte aus dem 18. Jahrhundert vor: Fünf junge Mönche, zwischen 11 und 15 Jahren alt, alle bereits Meister der alten Kung Fu-Kampfkunst, sind die letzten ihres Ordens. Sie stehen in großer Gefahr, durch einen abtrünnigen jungen Mönch umgebracht zu werden, weil dieser sie hasst. Es kommt zu spannenden Kämpfen und tragischen Begegnungen, die die Grundsätze des Kung Fu zeigen: hartes, jahrelanges Training, ein hohes Maß an Disziplin, der Glaube an die alte Tradition, der Wille zum Frieden und Selbstbeherrschung ohne Ende.
Während er vorliest, sitzt der Schauspieler aber nicht in einem bequemen Sessel, sondern spielt, was er liest. Mit dem Buch in der Hand rollt er über den Boden, springt vom Tisch, vollzieht Kämpfe gegen Ritter, lässt Gewehrschüsse knallen oder hält Gespräche mit übermütigen Knaben, die sich maßlos cool finden.
Aufmerksam hören die Jungen der langen Geschichte zu, die hier endet, als der junge Mönch Fu, der Tigerkämpfer, einem anderen Jungen den „schattenlosen Tritt“ beibringt.
Aber nicht nur diesem. Jetzt ist das Publikum an der Reihe, diesen Tritt zu lernen. Da stehen sie, die ca. 80 Jungen, vor der Bühne in angehockter Stellung, die Fäuste vor dem Gesicht, den Rücken kerzengerade und lassen das rechte Bein vorschnellen, während sie ein lautes „Hu“ brüllen. „Gut gemacht“, so loben die beiden Trainer, auch wenn der eine oder andere Junge dann doch unter Stöhnen aus der angespannten und ungewohnten Haltung wieder in das lässiges Stehen wechselt.
Nach dieser Lehrstunde in die Welt des Kung Fu erhalten die beiden Künstler zum Abschluss einen langen Applaus. Das war spannend! Malte Guhr, der Trainer, und Rainer Rudloff, der Vorleser, beide vom Institut Vivid Voices aus Lübeck, haben eine tolle Vorstellung gegeben, die von der Stadtbibliothek Detmold der Schule geschenkt worden ist.
Ach ja, wer wissen will, ob die fünf jungen Mönche den Angriffen des Feindes standhalten und wie, der kann sich das Buch kostenlos in der Stadtbibliothek ausleihen. Es heißt:
Die fünf Gefährten und der Kampf des Tigers und wurde geschrieben von Jeff Stone.
Also ran, Jungen, holt euch einen der fünf Bände und lernt die Welt des alten Kung Fu – Chinas kennen!
 
 

 

 

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disclaimer  Stand: 16. Februar 2010