Schülerbericht über die Fahrt nach Bozen

Eine leichte Müdigkeit breitete sich am frühen Morgen des Mittwochs am Bahnhof in Detmold aus. Doch diese Müdigkeit leitete auch gleichzeitig den Beginn eines kleinen Abenteuers in Italien, genauer gesagt Bozen in Südtirol ein.
Die kleine Gruppe, bestehend aus „Professor“ Schaper, „Professor“ Deppe, Charlotte Binnenmarsch und Arne Zastrow, war sehr gespannt auf den Verlauf der Reise. Die Professorenbezeichnung ist beabsichtigt und entspricht nicht dem Sprachgebrauch bei uns. Aber so nennt man die Lehrpersonen in Österreich und Norditalien an Gymnasien.
Was genau passieren würde, wenn wir nach der zehnstündigen Bahnreise (übrigens aus rein preislichen Gründen in der 1. Klasse; die war wegen Sonderangebot billiger als die 2.) die ersten Sonnenstrahlen des wunderschönen Bozens erblicken würden, wusste keiner ganz genau, obwohl wir ein Programm hatten. Aber dann wäre es ja kein Abenteuer gewesen.
Am späten Nachmittag kamen wir gut an und wurden freudig von den  Projektpartnern begrüßt. Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, haben wir am Abend noch ein bisschen die Stadt erkundet.
Am nächsten Tag bekamen wir in der Oberschule für Geometer einen Imbiss mit „Weißwürschtel“, die eine Klasse extra für uns zubereitet hatte. Doch das war nur das I-Pünktchen des Tages: In der Schule wurden uns im Hörsaal die verschiedenen Projekte der einzelnen Schüler bzw. Schulen vorgestellt. Vertreten war dabei die Geometerschule mit einem Plan und Modell des ehemaligen Durchgangslagers der Faschisten in Bozen. Dieses haben wir uns am Nachmittag des Tages bei einer Stadtführung auch angesehen. In den 60er Jahren ist aus dem Lager ein Wohngebiet geworden, wobei nur noch die Mauer stehen geblieben ist.
Bewundernswert war auch das Projekt des österreichischen Gymnasiums, das ein Denkmal in bzw. an ihrer Schule errichten wolle, zur Erinnerung an eine geflohene und danach verschollene Familie (zu Zeiten der Faschisten).

Das italienische Gymnasium Walther-von-der-Vogelweide gab uns durch einige Referate einen Überblick über die Geschehnisse zur Zeit Mussolinis.Die oben schon kurz erwähnte Stadtführung „rundete“ den informativen Teil des Tages durch weitere Details der Stadt Bozen ab.

Der dritte Tag war geprägt von drei Stunden Busfahrt bis an die „Grenze“ zur Toskana. Dort besuchten wir ein weiteres Durchgangslager in Fossoli. Trotz einiger Sprachprobleme genossen wir dort eine interessante Führung. Gestärkt von einem Espresso, besuchten wir noch das „Museum von Gedanken an die Deportation“. Nach der schweren aber eindrucksvollen Kost der Museen stärkten wir uns, wieder in Bozen angekommen, mit einer der besten Pizzen Italiens bei einem gemeinsamen Abendessen.

Schweren Herzens, aber reich an neuem Wissen, Erfahrungen und Eindrücken reisten wir am Samstagmorgen wieder zurück nach Deutschland. Aus dem warmen und sonnigen Bozen kommend wurden wir nahe München mit einem deprimierenden Schneesturm empfangen. Doch der nächste Zug zurück nach Bozen wartete in München schon auf uns, leider mussten wir weiter nach Norden fahren.
Charlotte Binnenmarsch / Arne Zastrow
WEBbyDEPPE

 

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disclaimer  Stand: 26. Februar 2009