Das Feierabendhaus – ein Ort an dem gelebt und gestorben wird

Berufsorientierung einmal ganz anders

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Im vergangenen Schuljahr absolvierten 11 Schülerinnen und Schüler erfolgreich einen Sozialparcours der AWO. Um Einblicke in das Berufsfeld der Seniorenbetreuung zu bekommen, erhielten sie eine Einladung zu einem Erlebnistag im Seniorenwohnheim „Feierabendhaus“ in Bad Salzuflen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Frau Wellmann von der AWO und Herrn Höflich, dem Pflegedienstleiter des Feierabendhauses ging es auch schon los.

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Während eine Gruppe sich auf den Weg zum Gedächtnistraining machte, nahm die andere Gruppe am Training „Fit bis 100“ teil.

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Beim Gedächtnistraining hatten wir viel Spaß. Es drehte sich um das Thema „Weihnachten“. Dabei beeindruckte uns die über 90-jährige Frau Gude mit ihrem Gedicht „Von drauß’ vom Walde komm’ ich her“. Aber immerhin konnte auch Nina ein Weihnachtsgedicht aufsagen. So sahen wir Jungen gegenüber den Alten nicht vollkommen alt aus.

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Aber, auch das lernten wir an diesem Tag: Das Gedicht, gelernt vor über 70 Jahren, das ist noch im Gedächtnis. Aber was gab es denn heute zu Mittag???

Auch im Training „Fit bis 100“ gab es Beeindruckendes zu erleben. Mit Gewichten an Beinen und Armen wurden Übungen gemacht, ja fast schon wie im Fitnessstudio, und das noch zum Teil mit über 90 Jahren.

Nach einer Mittagspause erfolgte eine Führung durch das Haus und wir besuchten zwei alte Damen, die uns ihre Zimmer zeigten.

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Danach erprobten wir selber, wie es sich anfühlt, alt zu sein. Gewichte am Körper, die die Bewegung einschränken, eine Brille und Ohrschützer, die das Sehen und Hören beeinträchtigen, Tremor-Handschuhe, die das Zittern der Hände simulieren. Dass das Leben als alter Mensch nicht immer einfach ist, konnten wir auf diese Weise gut nachvollziehen.

Die Arbeit mit alten Menschen kann körperlich aber auch seelisch belastend sein, denn der Tod und das Abschiednehmen gehört dazu, das war uns vorher schon klar. Aber dass es auch so viel Freude macht, mit alten Menschen zu arbeiten und einem unheimlich viel Dankbarkeit und Herzlichkeit entgegengebracht wird, das war doch neu.

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Ebenso waren wir von der enormen Lebensfreude im Feierabendhaus überrascht. „Auf unserer Einladung stand ja „Feierabendhaus“,– ein Ort an dem gelebt und gestorben wird. Da hatte ich schon ein etwas unwohles Gefühl. Aber hier wird ja echt viel gelebt.“

Es trennen Sie 70 bis 80 Lebensjahre voneinander, die Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Detmold und die Bewohner und Bewohnerinnen des „Feierabendhauses“ in Bad Salzuflen. Ein Menschenleben ist voller Erinnerungen und voller Veränderungen. Was wir heute erleben ist ganz anders als das, was vor 70 Jahren erlebt wurde. Umso wichtiger ist es, wenn wir uns begegnen und gegenseitig Vorurteile abbauen.

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„Alte Menschen habe ich bisher immer eher als traurig oder doof erlebt, die nur über junge Leute meckern. Aber die alten Menschen hier, die sind ja voll nett und total lustig.“

An dieser Stelle Dank an Frau Wellmann von der AWO Bielefeld, Herrn Höflich, Pflegedienstleiter, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und ganz besonders den Bewohnerinnen und Bewohnern des Feierabendhauses, einen Dank für die tollen Erfahrungen und herzliche Gastfreundschaft.

Berufsqualifizierung

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