Bäume fällen im Akkord und Arbeiten mit Holz

Erfolgreicher Beginn des zweiten Erasmus+-Projektjahres in Savonlinna

Da staunten die Schülerinnen und Schüler nicht schlecht: Ganze 30 Sekunden dauert es, bis ein Holzvollernter einen Baum gefällt, entastet und in gleichlange Stücke geschnitten hat. Noch erstaunter waren sie, als sie sogar selbst mit diesem Harvester mitfahren durften.

Dies ist nur ein Höhepunkt der Woche, die jetzt in Savonlinna, Finnland, stattfand. Denn Wald ist das Thema, das die Schüler und Schülerinnen der beiden Partnerschulen, der Mertala Gesamtschule in Savonlinna und der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Detmold, mit dem Erasmus+-Projekt drei Jahre lang miteinander verbindet. Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert, denn hinter dem Begriff Erasmus+ verbirgt sich das europäische Bildungsprogramm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf dem Kennenlernen des Waldes als Wirtschafts- und Arbeitsraum, der Holz verarbeitenden Industrien sowie der damit verbundenen Berufsfelder. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler bei der Betriebsbesichtigung der international arbeitenden Metsä Wood Group in Punkaharju, wie mit riesigen Maschinen aus Holzstämmen Spanplatten und Furnierschichtholz hergestellt wird.

Finnische und deutsche Schüler besuchten die Metsä Wood Fabrik in Punkaharju und ließen sich zeigen, wie Holzstämme zu Spanplatten verarbeitet werden.

Finnische und deutsche Schüler besuchten die Metsä Wood Fabrik in Punkaharju und ließen sich zeigen, wie Holzstämme zu Spanplatten verarbeitet werden.

Doch das war längst nicht alles. Sie lernten eine Vielfalt an Pilzen und Beeren kennen, die im Wald wachsen und von finnischen Familien jedes Jahr selbst gesammelt und zubereitet werden. Das konnten sie im Hauswirtschaftsunterricht selbst ausprobieren und leckere Pilzsuppe kochen und Beerenkuchen backen.

Auch praktisches Arbeiten mit Holz war Teil der Projektwoche. So bekamen alle die Aufgabe, ein Holzboot aus einem Holzbrett zu bauen, das sie selbst entwerfen, aussägen und mit einem Holzpaddel versehen mussten. Mit Axt und Messer lernten sie, Holzscheite zu hacken und kleine Späne herzustellen, fachgerecht zu stapeln und ein Lagerfeuer anzuzünden.

Eine weitere Aktivität bezog sich auf den Wald als Freizeitfaktor. Äste, Blätter, Borke, Beeren wurden gesammelt und zu Kunststücken verarbeitet. Zusätzlich haben sie Geocatching ausprobiert und im See geangelt. Im Unterricht wurden weitere Kunststücke aus Pappmaché erarbeitet. Sämtliche Aktivitäten wurden mit iPads festzuhalten und am Ende der Woche zu einem Video zusammengestellt, das gemeinsam mit den Gastfamilien zum Abschluss vorgestellt wurde.

Da alle Detmolder in Gastfamilien untergebracht waren, erfuhren sie so ganz nebenbei viel über finnische Kultur und finnische Lebensweise. Dabei haben sie ständig Englisch gesprochen und erfahren, wie wichtig es ist, eine gemeinsame Sprache zu beherrschen, um sich zu verständigen. Der Abschied viel allen sehr schwer, denn die Gastfreundschaft der finnischen Freunde in Kombination mit dem hervorragendem Programm ließen alle eine wunderbare Woche erleben. Nächstes Jahr im September geht es weiter. Dann stehen in Savonlinna der Wald als Ökosystem und seine Bedeutung für das Klima im Mittelpunkt.

Text und Foto: Maria Hüllmann–Passeick

Allgemein

Comments are closed.