Eine erkenntnisreiche Klimawanderung durch den Wald – Erasmus+- Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule gehen mit Lupe und Kompass los

Manchmal liegen die Antworten auf der Hand: Weniger Fleisch essen, weniger Auto fahren, stattdessen häufiger das Rad benutzen. Und: weniger fliegen. Das jedenfalls hat die Erasmus+-Kerngruppe der Geschwister-Scholl-Gesamtschule erkannt, nachdem sie sich im und um den Rolfschen Hof in Detmold auf eine „Klimawanderung“ begeben hatte. 11 Schülerinnen und Schüler – alle Klasse 8 – konnten bei dieser speziellen Wanderung erfahren, wie Klima, Wetter und Wald zusammenhängen.

Susanne Haferbeck, NABU-Mitarbeiterin des Rolfschen Hofs in Berlebeck, konnte den Zusammenhang gut erklären: Klima, so verdeutlichte sie den Schülern, ist alles, was regelmäßig im Laufe eines Jahres auftritt – die Jahreszeiten und die damit zusammenhängenden Temperaturen etwa. Regenschauer, Stürme oder Sonnenschein gehören dagegen zum Wetter. Wenn sich allerdings die Erde erwärmt, verändert sich das Klima und damit auch die Niederschlagsmengen oder die Sonneneinstrahlungen – wie wir es in diesem Sommer erlebt haben.

Und was hat der Wald damit zu tun? Er bindet C02 und wandelt ihn in den lebenswichtigen Sauerstoff um. Das Problem: Autoabgase, der Energieverbrauch in der Industrie und die Heizung von Wohngebäuden verursachen einen hohen Ausstoß von Kohlendioxid. Die zunehmende CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt.  Der Kohlenstoffdioxid und andere Treibhausgase nehmen die langwelligen Infrarotstrahlen (Wärmestrahlen), welche von der Erde abgesondert werden, auf und schicken diese an die Erdoberfläche zurück. Dadurch erwärmt sich die Erde und die unterste Atmosphärenschicht. Ein Kreislauf entsteht.  Doch durch die zunehmende Konzentration von CO2 in der Atmosphäre erwärmt sich die Erde weit schneller. Folgen sind unter anderem die schmelzenden Pole und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels.

Die Schülerinnen und Schüler konnten bei ihrer Klimawanderung selbst entdecken, wie Klima auf die Bäume einwirkt. Mit der Lupe erkannten sie an den Jahresringen abgestorbener Bäume schnell, wie sich das Klima für den einzelnen Baum in der Vergangenheit ausgewirkt hat: Dicke Jahresringe bedeuten, dass  in dem Jahr gute Wachstumsbedingungen herrschten, dünne Ringe hingegen verweisen darauf, dass es vielleicht zu nass und kalt war.

Und auch das Moos am Baum sagt etwas über das Klima aus. Die Erasmus+-Kerngruppe fand mit Hilfe eines Kompasses heraus, dass das Moos meist an der westlichen  und nördlichen Seite der Bäume wächst. „Kein Zufall“, meinte NABU-Mitarbeiterin Susanne Haferbeck, „bei uns kommt der Wind und der Regen meist aus westlichen Richtungen.

Und auch das wurde deutlich: Wälder leisten einen wichtigen Beitrag dafür, dass sich das Klima nicht so stark verändert. Die Bäume halten nicht nur die Luft im Wald sauberer, sie erhalten auch die Feuchtigkeit im Boden und sorgen für kühlere Temperaturen durch das Laub. Außerdem speichern Wälder große Mengen an CO2 in ihren Holzvorräten. Der Wald leistet also einen wichtigen Beitrag dafür, dass sich das Klima nicht so stark verändert. Das Problem: Werden große Waldflächen abgeholzt, gehen diese Speichermöglichkeiten verloren. Dadurch wird dann der natürliche Treibhauseffekt wieder verstärkt. Dagegen sind auch die Wälder alleine machtlos. Das können nur die Menschen ändern. Sie haben schließlich auch die Emissionen verursacht – was die Gruppe ziemlich schnell verstanden hatte.

Diese Exkursion fand statt im Rahmen des Erasmus+-Projektes „Wald“, das von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule mit ihrer Partnerschule Mertala in Savonlinna, Finnland durchgeführt wird. Hinter dem Begriff „Erasmus+“ verbirgt sich das europäische Bildungsprogramm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport.  Bei dem Schwerpunkt des dritten Jahres geht es um das Ökosystem Wald, seine Funktion als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie seine Bedeutung für unser Klima.

Mit Hilfe einer Lupe untersuchen die Schülerinnen und Schüler mit Susanne Haferbeck, wie sich die Jahresringe für diesen Baum entwickelt haben und welche Schlussfolgerungen sie daraus für das Leben des (gefällten) Baumes ziehen können.

Mit Hilfe einer Lupe untersuchen die Schülerinnen und Schüler mit Susanne Haferbeck, wie sich die Jahresringe für diesen Baum entwickelt haben und welche Schlussfolgerungen sie daraus für das Leben des (gefällten) Baumes ziehen können.

Text und Foto: M. Hüllmann-Passeick

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