Siebtklässler erkunden die Wistinghauser Senne

Ponys und Ziegen streicheln? Hochlandrinder aus der Nähe sehen? Das wollten viele Siebtklässler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule gern, als sie mit ihren Biolehrer*innen zur Exkursion in das Naturschutzgroßprojekt (NGP) Senne aufgebrochen sind. Darüber hinaus wollten sie aber auch etwas erfahren über Waldformen, Bäume und Laub- und Bodenproben mit zurück in die Schule nehmen, um als kleine Wissenschaftler zu untersuchen, welche Verfallsstufen und welche Lebewesen sich am Waldboden befinden.

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Eines der Ziele des NGP ist es, das Ökosystem der ehemaligen Hudewälder wieder herzustellen. Früher ließen die Bauern ihre Schweine und Kühe in den Wald, um sich dort Futter zu besorgen. Das ist in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg verboten, was dazu geführt hat, dass die ehemals lichten Wälder fast ganz verschwunden sind und mit ihnen viele Arten von Pflanzen und Tieren. Mit diesem Großprojekt wird versucht, neuen Lebensraum für bedrohte Arten wieder herzustellen.

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Und da kommen die erwähnten Tiere ins Spiel: Sie werden eingesetzt, um Waldflächen dauerhaft offen zu halten. Rinder brauchen längere Pflanzen und Gräser, weil sie sie nicht abbeißen, sondern mit der Zunge umwickeln und abreißen. Pferde beißen alles ganz kurz ab, doch da die bislang ausgesiedelten Tiere es nicht schaffen konnten, allen nachwachsenden Sträuchern und Bäumchen Herr zu werden, wurden Ziegen eingesetzt. Diese fressen nun alles, was die großen Tiere nicht schaffen, um so die einzigartige Landschaft beizubehalten bzw. sie wieder entstehen zu lassen.

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Von den Parkrangern werden vielfältige Hilfestellungen gegeben, um es z.B. den Spechten leicht zu machen, sich niederzulassen. Zurzeit gibt es  überwiegend Kiefern, aber weniger Laubbäume, in die Spechte ihre Höhlen picken. Doch Nistkästen an den Kiefern tragen dazu bei, dass Spechte ihre Jungen dort groß ziehen können.

Ein weiteres Beispiel ist der Mistkäfer. Bundesweit gibt es nur noch 17 Arten von dem Käfer und er ist vom Aussterben bedroht. Das liegt daran, dass er tierischen Kot, z.B. von Kühen und Pferden verwertet, es aber kaum noch Wiesen gibt, auf denen Kot zu finden ist. Die Waldweidetiere tragen also auch dazu bei, dass diese selten gewordenen Tiere überleben können.

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Das waren rundum ereignisreiche Tage mit vielen neuen Erkenntnissen für drei Klassen aus dem 7. Jahrgang! Zurück in der Schule geht es an die Auswertung der Bodenproben und das Ermitteln der kleinen und kaum sichtbaren Lebewesen, die sich am Boden aufhalten. Diese Ergebnisse werden dann im Rahmen des Erasmus+-Projektesmit der finnischen Partnerschule Mertala in Savonlinna, Finnland, ausgetauscht. Dort arbeiten Schüler*innen nämlich am gleichen Thema. Ziel ist es herauszufinden, was die Unterschiede sind zwischen borealen Nadelwäldern und mitteleuropäischen Laubwäldern.

Text und Fotos: M. Hüllmann-Passeick

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