Workshops, kultureller Austausch und lokale Delikatessen: Detmolder Schülerinnen und Schüler zu Gast in Frankreich

Vom 16.06. bis zum 19.06.2023 kamen zum dritten und damit vorerst letzten Mal Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus Detmold, des 1. Gymnasiums Oraiokastro (Griechenland) sowie Lernende aus Saint-Omer (Frankreich) im Rahmen einer trilateralen Jugendbegegnung zusammen, um sich intensiv mit Themen von europäischer Relevanz zu beschäftigen. Nach dem ersten Treffen im März in Griechenland, bei dem der politische Diskurs über Zukunftsperspektiven Europas im Zentrum stand und bei dem u.a. Herr Margaritis Schinas, der Vizepräsident der Europäischen Union, mit den Jugendlichen ins Gespräch kam, wurde während des zweiten Treffens im Mai in Detmold nicht nur das Europafest gefeiert, sondern auch die hiesige Wirtschaft und der Umgang mit Nachhaltigkeit auf den Prüfstand gestellt. In Frankreich beschäftigten sich die rund 30 Jugendlichen nun mit dem Thema der Partizipation und mit Bürgerinitiativen.

Das offizielle Programm, welches durch die stellvertretende Bürgermeisterin Saint-Omers, Frau Steffie Decocq, und Tristan Bouteiller vom Comité de Jumelage eröffnet wurde, stellte lokale Initiativen und Maßnahmen in den Fokus, die sich der Nachhaltigkeit, dem Umweltschutz und dem sozialen Zusammenhalt verschrieben haben. So wurden beispielsweise lokale Produzenten, Biobauern und Handwerker besucht, um den Mehrwert nachhaltiger Praktiken direkt erfahrbar zu machen und um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es auf lokaler Ebene gibt, sich für die Region und für die Einwohner einzubringen. Neben der Verköstigung der nachhaltig erzeugten Lebensmittel wurden auch Interviews mit aktiven Einwohnern Saint-Omers geführt. Durch den Dialog mit Vertretern von Bürgerinitiativen, wie z.B. mit der Betreuerin eines Bürgergartens, wurde ein besseres Verständnis für die Chancen und Möglichkeiten lokaler Partizipation erlangt. Besonders eindrücklich war der Besuch eines Bootsmachers, der den Jugendlichen sein jahrhundertealtes Handwerk näher brachte. Eine Bootsfahrt durch die Sumpflandschaft Saint-Omers, das von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt ist, stellte hierbei den perfekten Ausgangspunkt dar, um sich der Verantwortung für Klimaschutz und Ressourcenschonung bewusst zu werden.

Bei all dem Fokus auf lokale Initiativen und Regionalität wurde aber dennoch der internationale Aspekt der trilateralen Jugendbegegnung, die vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, der Stiftung Mercator sowie der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke gefördert wurde, nicht aus den Augen verloren. So wurde beispielsweise mit dem Bürgermeister François Decoster sowie mit einigen Stadträten über die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit und des internationalen Austauschs für Saint-Omer gesprochen. Verstärkt wurden die Eindrücke und praktischen Erfahrungen zusätzlich mit Workshops, geleitet von den Studentinnen für internationale Beziehungen, Sophie Gurcke und Saskia Nijenhuis, in denen die deutschen, griechischen und französischen Schülerinnen und Schüler über die Bedeutung von active citizenship im lokalen und europäischen Kontext reflektierten.

Während der drei Begegnungen in den Partnerstädten wurde nicht nur der Blick auf zentrale europäische Streitthemen wie die Partizipation, die Nachhaltigkeit und Umweltschutz gerichtet, sondern insbesondere auch großer Wert darauf gelegt, die Kultur und die Besonderheiten der jeweiligen Länder kennenzulernen und die interkulturelle Kompetenz der Jugendlichen sowie den europäische Gedanken zu stärken. Dass im Laufe der drei Treffen internationale Freundschaften entstanden sind, war spätestens bei der emotionalen Verabschiedung deutlich zu spüren und es bleibt zu hoffen, dass die Jugendbegegnung langfristig zu einer besseren Völkerverständigung beigetragen hat.

Text: Kathrin Kersting / Foto: Saskia Nijenhuis

Allgemein, Kultur

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